Mein Name ist Waltraut Buschbacher.

Im Jahr 1960 wurde ich in Nürnberg geboren.
Ich bin verheiratet und habe drei erwachsene Söhne sowie drei Enkelkinder.

Am 1. März 2020 wurde ich zur Schatzmeisterin der Landesgruppe Bayern im Beagleclub Deutschland gewählt und hoffe, dass ich dieses Amt zur Zufriedenheit der Mitglieder und zum Wohl des Vereins ausüben kann.

Doch wie kam es dazu? Es ist eine lange Geschichte….

Seit ich ein Teeny war, durfte ich mit ganz unterschiedlichen Hunden zusammenleben. Der erste in meiner Familie war der Jagdhund meines großen Bruders, ein Deutsch Langhaarrüde namens Arco. Im Nachhinein glaube ich, dass mich bereits dieser Hund nachhaltig auf die „Jagdhundfährte“ geprägt hat. Er war der liebste Familienschmuser, aber draußen im Wald besessen von seinem Jagdinstinkt. Das hat mir schon als Kind sehr imponiert.

Aufgrund meines mädchentypischen Hobbys, dem Reiten, kam ich erstmals auch mit Beaglen in Kontakt. Als „Begleitmädchen“ auf diversen Schleppjagden machte ich oft mehr Fotos von den Beagles als von den Pferden.

Meine ersten eigenen Hunde waren jedoch alle Mischlinge (allerdings bereits ungefähr in Beaglegröße und genauso verfressen wie fast jeder Beagle). Im Jahr 2004 traf ich dann im Nürnberger Tierheim - rein durch Zufall - auf einen ca. eineinhalbjährigen Beaglemischling. Wir hatten damals bereits eine Mischlingshündin, Nina, und eigentlich wollte ich nicht unbedingt einen zweiten Hund, aber das Gesicht und die Art, wie er sich benahm und bewegte, ließ mich nicht mehr los. Und so kam es, dass wir unseren „Schlingel“ zwei Wochen später zu uns holten. Ziemlich schnell wurden dann aus zwei Hunden drei und wir hatten somit auch noch einen zweiten Beaglemischling namens Alf. Nachdem Nina mit 16 Jahren und im selben Jahr leider auch Alf mit erst acht Jahren, wegen eines inoperablen Tumors an der Herzkammer eingeschläfert werden musste, war Schlingel nun ein Einzelhund. Bald hatte ich den Eindruck, dass ihm sein Rudel fehlte. Da ich über die Jahre hinweg etliche Bücher über die Rasse Beagle gelesen hatte, wollte ich nun selbst gerne einen „echten“. Hinzu kam, dass unsere erwachsenen Kinder bereits in festen Beziehungen lebten und über das Thema „Kind“ nachdachten. So bewog mich auch die Vorfreude auf Enkelkinder dazu, nach einem fachgerecht sozialisierten Hund Ausschau zu halten und ich trat 2013 in den Beagleclub Deutschland und in die Landesgruppe Bayern ein. Obwohl wir zu dieser Zeit ja nur den „Halbbeagle Schlingel“ hatten, wurden wir äußerst herzlich aufgenommen und ich fühlte mich schnell als „vollwertiges“ Mitglied. In der Gesellschaft so vieler Gleichgesinnter zu wandern und dabei gute Gespräche zu führen, genossen nicht nur mein Mann und ich. Auch unserem Schlingel gefiel augenscheinlich jedes Zusammentreffen mit den vielen anderen Beagles so sehr, dass ich immer häufiger nächtelang die Internetseiten des Beagleclubs nach Züchtern und angebotenen Welpen durchforschte. Aber da mein Mann Michael in Vollzeit und ich in Teilzeit arbeite, wollten wir uns nicht um einen Welpen bewerben, weil uns zur hinreichenden Betreuung und Erziehung die Zeit gefehlt hätte.

Im November 2014 lagen nach einer Beaglewanderung beim Essen auf den Tischen Zettel, die Heinrich Heling verteilt hatte: „Ich suche dringend ein neues Zuhause!“, stand darauf. (Diesen Zettel habe ich übrigens heute noch J. Auf den sechs Fotos war ein mega-süßer Beagle, der damals vierjährige „Spike“. Das war unsere Chance!

Bald nahmen wir Kontakt zur damaligen Besitzerin auf und Spike kam zu uns zu Besuch um festzustellen, ob Schlingel und er sich mögen. Sie haben sich vom ersten Moment an sehr gut verstanden und kurz danach zog Spike bei uns ein. Ich war sooo stolz! Und Schlingel auf seinen neuen Teamkollegen mindestens genauso; er blühte richtig auf und beide machten zusammen viel (in meinen Augen nicht immer nur lustige) Sachen. Das „Highlight“ war ein Karton voller Gänsefederkiele, die während meiner Abwesenheit gemeinsam in witzige Fitzelstücke zerteilt und im gesamten Arbeitszimmer gleichmäßig verstreut wurden….

Wir merkten, dass zwei Beagle eindeutig besser waren als ein Beagle und das Schicksal hatte in dieser Hinsicht offensichtlich noch mehr mit uns vor.

Nach dem tragischen Tod von Frau Karin Rebler lagen im März 2015 nach einer Beaglewanderung wieder Zettel, die Heinrich Heling ausgeteilt hatte, auf den Tischen: „NOTFALL!!! Suche dringend ein neues Zuhause. Mein Name ist Belinda Nymphea Alba.“ Ich weiß noch genau, wie es mich riss. Ich kannte die Hündin durch meine nächtlichen Internetrecherchen von der Homepage „House of Gipsy Life“ nur allzu gut. Sehr gerne hätte ich eine zeitlang einen Welpen von dieser Hündin gehabt, aber aus den o. g. Gründen hatten wir uns nie um einen beworben. Und jetzt war „das Original“ abzugeben! Aber drei Hunde? Ich war hin - und hergerissen. Wir nahmen den Zettel mit nach Hause und ich versuchte nicht mehr daran zu denken; aber das ging irgendwie nicht. Also nahmen wir Kontakt mit Julian Rebler auf und vereinbarten einen Termin, um festzustellen, ob sich Schlingel und Spike überhaupt mit Belinda vertragen. Sie mochten sich vom ersten Moment an. Also fuhren wir ein paar Tage später mit Belinda in der Box zu uns nach Hause. Die Dreierbande war ein Herz und eine Seele. Als dann im November der erste Enkel geboren wurde, zeigte sich nach und nach, welch sanftes und ruhiges Wesen in Belinda steckt. Unsere ganze Familie profitiert vom lustigen Wesen unserer Beagles. Damit auch ihre Schnüffelnasen ausreichend ausgelastet werden, begann zuerst Michael mit Spike und später auch ich mit Belinda mit dem Mantrailen. Das macht uns allen sehr viel Spaß und ich bin immer wieder auf’s Neue fasziniert, welch feine Geruchsorgane unsere Hunde haben.

Unseren Schlingel mussten wir im Mai 2019 mit fast 17 Jahren einschläfern lassen.

Jetzt halten Spike und Belinda bei uns die Stellung und bereichern durch ihre lustige und kommunikative Art täglich mein Leben.

Weil ich durch meine beiden Beagles und die tollen Leute im Beagleclub in den letzten Jahren so viele positive Erlebnisse sammeln und genießen konnte (und das hoffentlich auch noch lange kann), war ich gerne bereit, für das Amt der Schatzmeisterin in der Landesgruppe Bayern zu kandidieren und meine Energie für diesen Verein mit einzubringen.

 

WB, April 2020