Sommerfest 2007

Feucht  und  Nass  -  Das  macht dem  Beagler  Spaß

Wochenlange wolkenbruchartige Regenfälle hatten in weiten Teilen Europas zu katastrophalen Überschwemmungen geführt, kleine Rinnsale wurden zu reißenden Bächen, ganze Landstriche standen unter Wasser. Der Sommer, kaum erlebt, schien bereits zu Ende.

Mit Sirius als Nachtgestirn beginnen die Hundstage und mit ihnen die Hoffnung auf hochsommerliche Tage. Die Meteorologen versprachen für die Nacht einen wahren Sternschnuppenregen, mit bloßem Auge gut zu beobachten. Der versprochene Regen kam, aber nicht mit Sternschnuppen, sondern mit anhaltenden Schauern. Des Bayern-Beaglers liebstes Fest, das Grillfest, stand mithin auf wackeligen Füßen. Die Wetterfrösche prognostizierten allerdings für den Nachmittag wenige sonnige Wolkenlücken.

Ein Fünkchen Hoffnung in dieser trostlosen Lage richtete sich auf Petrus, der „seine“ Beagles selten im Stich gelassen. Doch der war mit der BR1-Sommerreise, mit dem Bayerischen Rundfunk nach Murnau gefahren und hatte, wie man erfuhr, die letzte Gazette mit der Ankündigung zum Sommerfest der Beagler nicht erhalten.

Aber:  Keine Panik  -  „alles wird gut!“

In den frühen Morgenstunden lief bereits die Aktion „Sommerfest  -  Grillfest“ im Sport-Club der Deutschen Schäferhunde in Aubing auf vollen Touren. Familie Theil, Frau Ostermeier und noch mehr fleißige Hände bauten in wenigen Stunden Tische und Bänke auf, schmückten die Tische, die Wände mit Beagle-Bildern und weißblauen Lampions. Zur Motivierung und den innerlichen Motor ankurbelnd leerte die fleißige Truppe schnell ein Fläschchen Sekt.

Das Aufstellen der Sonnenschirme erübrigte sich!

Mit der Ankunft auf dem Trainingsgelände blinzelte die Sonne durch die Wolken, es war warm. Die Beagles tummelten sich auf der beaglesicher eingezäunten großen Wiese: „Hier bin ich Hund, hier darf ich´s sein.“

Die Tische im Clubraum füllten sich allmählich mit köstlichen Kuchen wie Zwetschgendatschi, verschiedenen Apfelstrudeln, Pralinenkuchen und vielem mehr. Meisterkonditoren der LG hatten mit Begeisterung gebacken!

Da blieb auch für den „Gefräßigsten“ kein Wunsch offen.

Die süße Schmankerlreise ging langsam dem Ende zu, die letzten Krümel aufgepickt, der letzte Schluck Kaffee getrunken. Frau Theil suchte die Höhe, bestieg eine Bank, begrüßte, auf „ihre“ Gemeinde von oben herabblickend, die anwesenden Grillfreunde, hoffte auf ein trockenes und fröhliches Grillen und lud zum Glaserl Sekt, kredenzt in Bechern der LG Zuchtschau in Landsberied, ein.

„Auf das Wohl unserer Beagles!!“

Ab und an fielen massive Schauer herab, teilweise sprühte feiner Regennebel über die der Balustrade nahe gelegenen Tische und Bänke.

Beagler und Beagles sind bekanntlich aus hartem Holz geschnitzt. Allem Unbill trotzend stieg das Barometer der guten Laune stetig an. Auf der Wiese tummelte sich ungeachtet der Nässe die pickelharte Beagleschar.

Der Schauer genug machten regenschwere Wolken Platz für die wärmende Sonne. Die Regenpause nutzend, motivierte Frau Ostermeier Beagler und Beaglerin, mit ihren Vierbeinern am Hunderennen teilzunehmen. Jeweils vier Hunde gingen an den Start und wurden abgeleint von einem Helfer festgehalten, während sich der Hundeführer gestikulierend und rufend im Laufschritt zum Ziel hin entfernte. Frau Ostermeier gab den Startschuss. Wie der Blitz ging´s dahin!!!

Vier rasende Beagles, obwohl kein Hase im Ziel  -  „nur“ Fraule und Herrle mit der Leckerlibeute. Beim ersten Durchgang siegte Alyssa, beim zweiten Amica bis schließlich nach der endgültigen Auswahl Whisky vom Schloss Altenau als Tagessieger feststand und von Frau Ostermeier der „Bambi“, eine große Tüte mit hundlichen Leckereien, verliehen wurde. Applaus für Whisky!

Inzwischen entfachte Herr Schultz mit viel g´stinkerter Rauchentwicklung den Grill. Herr Sedlmeier, imposant in Größe und Grillmeisterschaft, übernahm die Rösterei der zum Teil unglaublich riesigen Portionen Grillgut, kräftig assistiert von Herrn Schultz und Herrn Kaltenbach.

Ein fröhliches Schmausen begann. Mineralwasser, Limonaden und Bier wurden von Frau Ostermeier zum Kauf angeboten. Mitgebrachte Weißweine aus der Kühltasche rundeten die Leckerbissen ab. Auf den inzwischen leergefutterten Tischen boten die Beagler ihre mitgebrachten  verschiedenen Salate, Kräuter- und Knoblauchcremes, diverse Käse, aus „Helings Garten“ Biotomaten nebst selbstgebackenen 5 großen Laiben knusprigen Brotes, Nachspeisen, schließlich noch 6 Flaschen Zweigelt und vieles mehr zur Auswahl an.

Für die Hunde „OFF LIMITS“ auf der (überdachten) Terrasse, eine schwere Prüfung. Sie probierten mit geringem Erfolg sich durch die Absperrung durchzumogeln.

Auf der Wiese suchte der Neuling Picasso offensichtlich Händel mit einem Kollegen, es kam zu intensiven Raufereien. Frau Wirl zeigte kurzentschlossen die „nasse Karte“ und schüttete den beiden Kampfhähnen mehrmals einen Eimer Wasser über den Kopf.

Auch von „oben“ kam immer wieder kübelweise Wasser herab.

Bonny vom Coselpalais entdeckte und verbellte anhaltend und wütend eine Schäferhundattrappe, lauthals unterstützt von einem vierbeinigen Junior, der sicherheitshalber in repektvoller Entfernung auf die A-Wand gestiegen.

Um das (Stimmungs-) Barometer weiter in Richtung „Schönwetter“ zu dirigieren, griff Herr Müller, unser brillantes Ein-Mann-Orchester, temperamentvoll in die Tasten seines Akkordeons und brachte mit Spiel und Gesang die Grillmeute noch mehr in Schwung.

Frau Theil hatte, um das Entgelt in Höhe von 120.- Euro für die Benutzung des Areals etwas zu minimieren eine Versteigerung der 10 wunderschönen Fotos, mit denen die Wände geschmückt, vorgesehen. Nochmals bestieg sie die Bank, um zunächst vergeblich mit der Glocke die Aufmerksamkeit ihrer Zuhörer zu erreichen: der Klöppel war verschwunden! Doch die Foto-Auktion fand auch ohne Klöppel statt. Unter viel Gelächter überbot ein Anbieter den anderen. Jedes Foto, von Frau Theil beschrieben und enthusiastisch angepriesen, fand schnell seinen Besitzer und ebenso schnell füllte sich der Topf mit klingenden Münzen, sprich Euro. Es war eine Riesengaudi. Herr Schürer zählte den Geldsegen  und erhöhte den eingebrachten Betrag von 57.- auf 70.- Euro!!

Immer wieder aufkommender Starkregen hatte die Zufahrt zum Sport-Club völlig unter Wasser gesetzt und erschwerte den Abtransport von Tischen und Bänken in den bereitstehenden Anhänger von Frau Ostermeier. Fleißige Festteilnehmer übernahmen die Aufräumarbeiten und den Zubringerdienst für den Abtransport. Der verbliebene „Zweigelt“ wurde an die unermüdlichen Heinzelmännchen verteilt.

Noch stand ein Tisch, eine Bank, um bei einem Glaserl Wein den feuchtfröhlichen Tag ausklingen zu lassen.

Allzu früh kam für den Chronisten der eigene „Abtransport“.

Mit heftigem Protest verließ der Berichterstatter die fröhliche Runde.

„Ich wäre so gern noch geblieben, aber der Wagen, der rollt!“

Ruth Overlach