Wanderung bei Pottenstein durch das Püttlachtal.

Bilder: Heling

Lebensfreude tanken - im Land der Franken.

Am 3. Wochenende des Wonnemonats Mai stand Franken politisch, sportlich und gesellschaftlich im Mittelpunkt des Zeitgeschehens.
In Nürnberg und Bamberg informierte der Dalai Lama zum Thema über Menschenrechte, im Nürnberger Stadion kämpfte der Club gegen den Abstieg aus der Bundesliga und in Pottenstein empfingen Bernhard und Monika Lengenfelder die Beagler der LG Bayern zur Premieren – Wanderung in der Fränkischen Schweiz.
Diskussionslos fiel die Wahl in unserer Familie auf das fränkische Beaglertreffen, erweitert auf ein Drei-Tage-Programm.
1. Tag
Völlig entspannt kamen wir nach einer ca. 280 km-Anfahrt am Freitag im gebuchten Appartement des gemütlichen „Kapellenhof“ zu Elbersberg an. Beeindruckt von dieser ruhigen Alleinlage des Landgasthofes am Höhenrücken der Burg Pottenstein, zog es uns neugierig hinaus in die landschaftlich reizvolle Umgebung. Wir umrundeten das dem Areal angeschlossene Tiergehege, überraschten mit unserem Beagle Amica Hirsch und Reh bei ihrer Siesta und wurden auf einem schmalen Weg zu einer Feldkapelle zwischen zwei alten Linden geleitet.
Der dort vorgefundenen Einladung zum „Verweilen des müden Wanderers“ konnten wir nicht folgen; denn freudiges Beaglegebell  von Finn, Alice, Bonny und Peggy klang über weite Wiesen vom Kapellenhof zu uns und verriet die Ankunft von Fam. Schulze, Maurer und Furtmeier. Damit war die unternehmungslustige Vorhut des morgigen Wandertages komplett und in freudiger Erwartung der Organisatoren sowie ihres Welpen „Balu“. Begeistert beim Anblick dieses entzückenden, kleinen Beagles und seiner Spielanimation überhörten wir fast den Aufruf von Bernhard Lengenfelder zur informativen Rundreise in die nächsten Regionen.
Es lag ein besonderer Reiz in der bäuerlich geprägten Landschaft, durch die sich romantische Täler mit majestätischen Burgen und alten Ruinen schlängelten. Kleine Dörfer mit schmucken Fachwerkhäusern säumten den Weg.
Wir durchfuhren Pottenstein, idyllisch zwischen Jurafelsen eingebettet, vorbei an der weltbekannten Teufelshöhle und der schönsten Sommerrodelbahn, in Richtung Waischenfeld und Plankenfels nach Hollfeld Unzählige Gaststätten mit den obligatorischen Biertischen und Bierbänken vor dem Haus lockten und übten eine magische Anziehungskraft auf uns aus -  nicht weniger der Frankenboss Karl-Heinz Richter, der schon längst  mit Brigitte und dem Beagle „Kim“ in einem gemütlichen Gasthaus in Hollfeld auf uns wartete. Mit dem Eintreffen von Pia  (Tochter des Hauses Lengenfelder) und ihrer süßen „Bine“ waren wir endlich beaglerisch vereint und erfüllten eine liebe Pflicht: Auf das Wohl unserer Landesgruppe mit Bock- und Lagerbier der Brauerei des Hauses anzustoßen.(Wir hörten, dass es im „Fränkischen“ 71 Privatbrauereien mit 500 verschiedenen Biersorten gibt. Die höchste Brauereidichte der Welt!)

 
2. Tag
Grau und regnerisch begrüßte uns der 17. Mai, der Tag der Beagle-Wanderung.
Wir zelebrierten umso genussvoller unser Frühstück, bis - schon 1 Stunde vor dem Start – weiße Schwanzspitzen vor unserem Fenster aufblitzten.
Die ersten Beagler trafen am Parkplatz des Kapellenhofes ein.
Der türkisfarbene „Lengenfelder Express“ mit den Organisatoren fuhr vor und wurde schlagartig zum Anziehungspunkt aller Beagles. Sie schnupperten an den Ritzen, wünschten in`s Innere vorzudringen. Was war der Grund?
Monika Lengenfelder öffnete die Tür und hielt einen Korb mit warmen Nürnberger „Bratwürschtln“ samt knusprigen Brezen in der Hand  - eine Stärkung für die zweibeinigen Wanderer. Den Vierbeinern überreichte sie eine Tüte voll Leckerlis und einen Dauerlutscher.
Pünktlich um 10.30 Uhr begrüßte Bernhard Lengenfelder seine Gäste und gab für 37 Beagler (18 LG Bayern, 2 LG Sachsen, 17 Franken-Gäste)  und 20 Beagles das Zeichen zum Start.
Schon nach 5 Minuten riss Petrus seine graue Wolkenwand auf und erwärmte mit zunehmender Intensität die fröhliche Beaglerschar!
Regen- und Sportjacken wurden sofort und so selbstverständlich um die Rundungen der Beagler-Hüften gebunden, als wären diese nur dafür geschaffen. 
Flott wanderten wir vom Höhenrücken der Burg Pottenstein ca. 100 Höhenmeter hinab – hinab ins Tal der Püttlach.
Die Beagles wurden immer schneller, die Gelenke der Beagler geschmeidiger, so manche Menisken rebellierten.
Dichte Baumkronen über uns dämpften die Geräuschkulisse unserer Beaglergruppe und verstärkten die Klangfülle des Vogelgesangs. 
Während gräuliche Kalkfelsen neben uns festungsartig, sattelförmig ihre spitzen Zinken mahnend in die Lüfte reckten, beruhigte das Rauschen der Pittlach in ihrem steilen Wasserbett. Wiederholt fanden unsere Beagles Erfrischung an einer Quelle oder nahmen ein belebendes Vollbad an der langen Leine.
Vor uns lag das von der Sonne beschienene smaragdgrüne Tal, entfernt grellgelbe Felder und bunte Streublumenwiesen.
Nur für wenige Beagles wurde der Karabiner zum Freilauf geöffnet!
Unsere Wanderung führte uns auf einem breiten ebenerdigen Weg durch Mischwald, immer entlang der Püttlach, nach Pottenstein. Links und rechts des Weges waren bizarre Felsformen und kleine Höhlen zu bewundern.
Ein fürsorglicher Hinweis von Bernhard Lengenfelder zur Bewältigung des vor uns liegenden „Alten Burgwegs“, der steilsten Fahrstrasse des Städtchens mit etwa 25 % Steigung, wurde zur Konditionsfrage eines jeden Beaglers. Könnten wir etwa unsere „Zugmaschine Beagle“ zum Einsatz bringen? Schnelle Entscheidung war angebracht – 8 Plätze für Fußkranke, Geschwächte und „Zweifler“ im „Lengenfelder Express“ sofort vergeben. Der Schwiegersohn des Hauses Lengenfelder übernahm (sehr mutig) nicht nur das Steuer dieser verantwortungsvollen Fahrt in beide Hände; er versorgte rührend die ankommenden schnaufenden Bergfexe samt Beagles mit frischem Wasser. 
Nun bestand noch die Möglichkeit für einen Abstecher zur Hohen Warte, der höchsten Stelle des Felsenstädtchens mit Blick auf die Altstadt, den Bayreuther Berg und die umliegenden Höhen.
Ein Gefühl des Schwebens zwischen Himmel und Erde machte sich breit beim Anblick der herrlichen Landschaft unter uns und des nahen Horizonts über uns.
Überwältigt von diesen Eindrücken fanden wir auf einem fast ebenen Wiesenweg wieder zurück zu uns, zur Beaglergruppe, zum Landgasthaus Kapellenhof. Bei freundlicher Bedienung im Wintergarten des Landgasthofs, fränkischen Spezialitäten und der uns vertrauten Stimmung, fand diese herrliche Wanderung ihr Ende.  Vor Abreise überreichte Monika Lengenfelder allen Gästen zur Erinnerung eine Überraschungstüte, verziert mit samtenen Beagles in sitzender, stehender oder liegender Position (eine besonders süße Idee), gefüllt mit Notizblock, Kugelschreiber und einem Schoko-Betthupferl.
Liebe Fam. Lengenfelder! Danke für die perfekte Planung und liebevolle  Organisation dieser beeindruckenden Wanderung, die wohl kein Beagler je vergessen wird.
Schnell war der Parkplatz leer.
Zurück blieben 8 Pottensteiner-Drei-Tage-Urlauber. Gemeinsam mit den immer noch motivierten Veranstaltern erhielt der Wandertag bei einem sehr fröhlichen Abend-Hock noch seine Krönung!

3.Tag
Kurz war die Nacht, dicht und schwer die graue Wolkendecke über Pottenstein. Die herrliche Natur hinter den Wolken konnte man nur erahnen.
Unser Vorhaben, die Rodelbahn in Pottenstein zu besuchen, wurde aufgrund einer Einladung von Balu und Bine zu einer Beaglesause im Garten Lengenfelder verworfen. Und – es war kaum zu glauben – die Sonne ging auf und bestrahlte das nimmermüde Toben unserer Lieblinge.
Gleich einem Motorradrennen auf der Sandbahn bestimmte „Schulzes Bonny“ in Schräglage mit rasender Geschwindigkeit die Runden um den Seerosenteich, verfolgt von Balu, der im zarten Welpenalter von 4 Monaten alles hergab, um die Führung zu übernehmen. Auf der Gegenrennbahn versuchte Alice die Raserin Bine zu überlisten, glitt kurz ab in den Teich und verführte daraufhin die Beaglegruppe – klug und überlegen – zu einem Hindernisrennen über Beete und Deko im gesamten Gartenbereich. Veteranin Amica prüfte vorab bei einigen Runden das Gelände, gab es schließlich für die Jugend frei.
Mein Chauffeur erinnerte an die lange Heimfahrt, wurde zum Vertreiber aus dem Paradies. Unwetterartige Regengüsse erschwerten die Heimfahrt – mit stop and go kamen wir Lenggries immer näher. Um uns war alles grau in grau. In uns leuchteten Erinnerungen an herrliche Tage!

Wie schön ein Beagler zu sein!     

Christiane Theil mit Amica v. Federeck