Wanderung "Rund um's Krumbad" am 3. Mai 2008.

Bilder: Flach

Ein Frühlingstag par exellence.

Der verregneten und kalten Apriltage überdrüssig sehnten sich Mensch und Hund nach Sonne, Wärme und endlich Frühling. Schon waren die ersten Obstbäume durch anhaltende Graupelschauer ihres Schmuckes beraubt, als meteorologische Berichte Hoffnung auf eine sonnige Wanderung ums schwäbische Bad Krumbad aufkommen ließen. Nach zweijähriger Abstinenz lud Familie Steidl ein, Neuland zu entdecken.

Wir waren neugierig und gespannt. Eine kleine Truppe Beagler eilte unterdessen nach Lindau, um den kranken Wanderkönig Herrn Peter aufzumuntern, denn jetzt wären normalerweise die traditionellen Lindauer Erlebnistage gekommen. Alles Gute, lieber Herr Peter!

Schon bei der Anfahrt grüßte der Lenz an allen Wegen, auf Wiesen und in kleinen und größeren Ortschaften, das Blühen will nicht enden. Dem-entsprechend erwartungsfroh versammelte sich eine 39-köpfige Mannschaft, im Gepäck eine ungeduldige Beagleschar, am Parkplatz  beim Heilbad Krumbad. Frau Steidl bedachte Zwei- und Vierbeiner mit allerlei Leckerli, verteilte Hundetüten für die hundlichen Hinterlassenschaften, erbot sich, die „gesammelten Werke“ in einer großen Plastiktüte bis nach Bad Krumbad zu transportieren. Da kam einiges an brauner Masse zusammen! Herr Steidl mahnte pünktlich zum Abmarsch; kurz die Route erläuternd verwies er noch auf den hier ortsansässigen „scharfen“ Jäger und bat ausdrücklich!, die Vierbeiner anzuleinen.

Von den Beagles ungeduldig an die Leine genommen, überquerte die Meute über eine Brücke die B 300, bevor wir in einen maigrünen Buchenwald eintauchten. Die Vögel lobten jubelnd den herrlichen Frühlingstag, Sonnenstrahlen flirrten durchs helle Buchenlaub, Schmetterlinge umgaukelten Immergrün und viele, viele Veilchen. Am Anfang lockte eine schöne Bank, doch ließ sich der Autor nicht verführen, stockschwingend ging´s dahin, immer geradeaus durch schattigen Wald zu einer großen und sonnigen Wiese. Von den Waldrändern noch weit entfernt genossen die Beagles spielend die ungebundene Freiheit, während sich die zweibeinige Meute an unzähligem Wiesenschaumkraut, Günsel und dem leuchtenden Gelb des Löwenzahns erfreute. Sobald wieder im Wald machte ein Beagle einen fetten Hasen hoch und ab die Post! hinter Meister Lampe eine schnelle Runde gedreht. Nach etlichen schwachen Rufen beim Besitzer zum Appell gemeldet, setzte er erneut zur Verfolgungsjagd an. Herrn Steidls mahnende Worte, den „scharfen“ Jäger betreffend, waren auf taube Ohren gestoßen!!

Mischwald nahm uns auf. Weiße Flächen Ane-monen und Klee, alternierend zum Blau vieler Veilchen; wieder und wieder Wässerlein, Pfützen, kleine Rinnsale und Tümpel, ob der heftigen Regengüsse gut gefüllt, luden zum Schlabbern und Plantschen ein, den Beagles ging´s heute prächtig. Eine baumfreie Fläche und wir erlebten einen wunderbaren Kreuzweg. Beeindruckend die aus Holz gebaute kleine Kapelle; an den Wänden den Lebensweg betreffende Zitate, mahnend, nichts zu zerstören. An dieser Stätte weht der Atem Gottes.

Ein Fahrweg ließ uns geruhsam wandern, um schließlich auf einem mit Wurzeln bewachsenen Pfad etwas steil nach oben zu gelangen. Und weiter, mal eben, mal abwärts und wieder nach oben zu einer der vielen schönen Bänke, auf die sich der Berichterstatter aufseufzend neben dem stets zu fröhlichen Späßchen  aufgelegten Herrn Schultz niederließ. Auch die Truppe gönnte sich eine Verschnaufpause. Lobend zu erwähnen sind die ab und an eingebauten Päuschen!!
Noch ein Stück bequemen Weges und die Motorengeräusche der B 300 kamen näher. Wir durchquerten die Unterführung und erreichten das Kurhaus von Bad Krumbad, eine imponierende Anlage, gegründet von Dominikus Ringeisen. Über den  sich anschließenden großartigen Kräutergarten meinte Herr Steidl, dass er vom Kräutergarten nichts, vom Biergarten umso mehr verstehe. Wenige Autominuten trennten uns noch vom Klosterbräuhaus Ursberg. Im schönen Biergarten genossen wir Speis´und Trank, einen guten Pinot Grigio und nicht zuletzt die wohlverdiente Ruhepause. Trotz Sonne, durch dichte Kastanienblätter blinzelnd, wehte ein  „hinterhältiges“ Lüfterl. Der „alte“ Beaglereporter, vom Frühling inspiriert, animierte Herrn Schultz vergeblich auf kiesigem Boden zu einem Tango-Tänzchen; es fehlte das Müllersche „Tanzorchester“. 

Ein Traumtag  -  eine Traumwanderung durch den Frühling,  -  schade um jeden, der nicht dabei gewesen!

Ruth Overlach